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Palmöl - hat Schönheit ihren Preis?

Tütensuppen, Handcreme, Nuss-Nougat-Creme, Bodylotion, Margarine - in sehr vielen Produkten ist Palmöl enthalten. Dass das sowohl der Umwelt schadet als auch der Gesundheit wird immer öfter in den Medien thematisiert. Auch ich achte mittlerweile stark darauf, dass in den Produkten, die ich kaufe, kein Palmöl enthalten ist. Aber was genau ist eigentlich so schlimm daran und welche Alternative zu dem Öl gibt es? 

Was ist Palmöl?

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Eine Ölpalme - aus den Früchten und Kernen wird Palmöl gewonnen.

Palmöl wird aus der Ölpalme gewonnen, genauer gesagt aus den Früchten und Kernen der Pflanze. Sie wird überwiegend in Indonesien und Malaysia angebaut. 

Laut WWF und Greenpeace enthält mittlerweile jedes zweite Produkt in deutschen Supermärkten Palmöl*, weltweit werden jährlich über 60 Millionen Tonnen davon verbraucht.

 

*A. Schadwinkel, "Die Welt braucht neues Öl", Zeit Online vom 05.11.2015

 

Bezeichnungen von Palmöl

Längst nicht immer ist Palmöl einfach zu identifizieren, da es so viele verschiedene Bezeichnungen dafür gibt. So kann es sein, dass man auf der Produktverpackung nach "Palmöl" oder "palm oil" sucht, jedoch nicht fündig wird - und somit vielleicht zugreift. Dies sind einige Bezeichnungen von Palmöl, Palmfett oder Palmkernöl: 

  • Palmöl / palm oil / palmitate
  • Stearyl / Stearate
  • Cetearyl Alcohol
  • Capryl Glucoside
  • Phatty Alcohol Sulphates
  • Lauryl / Lauroyl / Laurate
  • Stearid Acid

Leider gibt es noch viele, viele Begriffe mehr, die für Palmöl stehen und definitiv nicht auf den ersten Blick zu erkennen geben, was dahintersteckt. 

 

TIPP: Ich verwende die App Codecheck . Mithilfe eines QR-Code-Scanners könnt ihr ganz einfach Produkte einscannen und schauen, ob Palmöl enthalten ist!


Was ist problematisch an Palmöl?

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Orang-Utans sind in Indonesien durch Brandrodung für Palmöl stark gefährdet.

Ein Hauptargument gegen Palmöl ist, dass für die Gewinnung desselben abertausende Hektar Regenwald abgeholzt werden. Schließlich muss der wachsende Bedarf ja durch neue Ölpalmen gedeckt werden - und dafür ist auf der Welt einfach nicht genügend Platz. Oftmals passiert das durch illegale Brandrodung. Allein in Indonesien werden laut Greenpeace jährlich 150.000 Hektar gefällt!* 

 

Dass das nicht gut sein kann für die Natur, dürfte jedem klar sein: So wird der Lebensraum für viele Pflanzen- und Tierarten bedroht, beispielsweise geht der Bestand der Sumatra-Tiger, der Borneo-Zwergelefanten und der Sumatra-Orang-Utans dadurch zurück**.

 

*https://www.greenpeace.de/themen/waelder/zwei-jahre-schonfrist

**https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/palmoel-indonesien-201

Palmöl als Gefahr für den Menschen

Neben den negativen Auswirkungen für die Natur hat der Anbau von Ölpalmen sowie die Nutzung von Palmöl auch für den Menschen Konsequenzen. 

Durch die Brandrodung kommen immer wieder Menschen zu Schaden (Atemwegserkrankungen), vereinzelt kommt es sogar zu Todesfällen.*

 

Aber auch die fertigen Palmöl-Produkte stehen immer wieder im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein: So enthält Palmöl in besonders hoher Konzentration 3-MCPD- und Glycidol-Fettsäureester - zwei Stoffe, die, wenn aus ihnen während der Verdauung Glycodil abgespalten wird, als krebserregend gelten. Da Palm- und Palmkernöl zu fast 50 % aus gesättigten Fettsäuren bestehen, besteht die Gefahr, dass sich durch deren Verzehr auch noch die Blutfettwerte verschlechtern.** 

 

*https://www.giss.nasa.gov/research/features/201512_smoke/

**http://www.bfr.bund.de/de/fragen_und_antworten_zu_glycidol_fettsaeureestern-29220.html

 


Palmöl in Kosmetika

Da Palmöl hautglättend, rückfettend und antioxidativ wirkt, ist es ein sehr beliebter Inhaltsstoff in Kosmetika. Außerdem kann es Zellschäden reparieren, die u. a. durch zu viel UV-Strahlung verursacht wurde. Als natürliches Produkt ist es leider auch häufig in Naturkosmetik enthalten - diese Erfahrung musste auch ich schon oft machen.  

Alternativen zu Palmöl

Nachdem nun viel Kritik an Palmöl geübt wurde,muss man fairerweise dazu sagen, dass es auch Palmöl-Produkte aus nachhaltigen, umweltschonenden und ökologisch unbedenklichen Plantagen gibt. Diese werden zumeist fair gehandelt, sodass der Kleinbauer in Indonesien auch noch etwas davon hat. Das ist an sich eine gute Sache und es gibt mittlerweile einige Naturkosmetik-Hersteller, die genau dieses Palmöl verwenden. Bleibt jedoch die Frage mit der Gesundheit - noch ist nicht 100%ig bewiesen, dass Palmöl krebserregend ist (bzw.gewisse darin enthaltene Stoffe, die bei einer bestimmten Temperatur erhitzt werden), doch man sollte schon darüber nachdenken, ob man das Öl oder Fett wirklich auf seiner Haut haben will. Oder im Haar.

 

Alternativen zu Palmöl sind auf jeden Fall Soja- und Kokosnussöl. Leider jedoch sind diese beiden Arten nicht sonderlich ertragreich, wodurch wieder mehr Land und CO2 verbraucht werden würden... 

Aktuell ist die Acrocomia-Palme ein echter Hoffnungsträger: Sie wächst auch in Regionen, die trockener sind, etwa in den Subtropen - für ihre Nutzung müsste also kein Regenwald weichen. Leider ist auch sie noch nicht so ertragreich wie die afrikanische Ölpalme, doch man versucht, sie dahingehend zu züchten. 

 

In Sachen Kosmetika (und natürlich auch bei Lebensmitteln) kann man aber durchaus darauf achten, dass eben kein Palmöl verwendet wurde. Heute gibt es ja zum Glück das Internet und hier finden sich immer mehr Naturkosmetik-Anbieter und Onlineshops, die eben solche palmölfreien Produkte verkaufen.

Fazit: Palmöl

Letztendlich muss natürlich jeder selbst entscheiden, ob er oder sie weiterhin Palmöl und Palmölprodukte kaufen will. Ich persönlich finde die Konsequenzen für die Natur so gravierend, dass ich beim Einkaufen auf jeden Fall darauf achte, palmölfrei einzukaufen. Gerade im Bereich Kosmetika geht das ziemlich gut! Zumindest sollte man, wenn es denn gar nicht ohne geht, schauen, dass es Palmöl aus umweltschonenden, nachhaltigen Quellen ist.

 

Klar, eine 100%ige Alternative gibt es noch nicht, aber ich finde, dass man durch den Verzicht auf Produkte mit Palmöl schon ein Zeichen setzt, dass einfach der Bedarf an Alternativen da ist! Und dieses Zeichen setze ich sehr gerne. :) 

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